ZSE 2026
Ein kleines, aber durchaus feines Lot von neun dreijährigen Stuten präsentierte sich anlässlich der diesjährigen Zentralen Eintragung, turnusgemäß wieder in der wunderbar ausgestatteten Reitanlage der Familie Meir in Thierhaupten. Gerichtet wurde von Zuchtleiter Neel Schoof, Matthias Werner aus Hessen und Bezirksvorsitzendem Dr. Friedrich Nüssel. Zur Seite stand ihnen diesmal der bayerische Zuchtleiter Torsten Große-Freese, der ja auch über die Vergabe der Staatsprämienanwartschaften zu entscheiden hat.
Zuchtleiter Neel Schoof attestierte dem Stutenjahrgang in Bayern eine „starke und breite Spitze“, aus der drei Stuten ganz besonders herausragten. Es war ein für bayerische Verhältnisse sehr blutarmer Jahrgang – nicht einmal der Titel einer „Besten Halbblutstute“ konnte vergeben werden, weil keine angetreten war. Ein wahres Mammutprogramm hatte einmal mehr Philipp Klingbeil zu absolvieren, hatte er doch fast die Hälfte der Stuten an der Hand, dabei natürlich – aber wir greifen vor – die Siegerstute.
Ein kleiner Blick auf einige Stuten jenseits des Spitzentrios mag hier erlaubt sein: Noch sehr grün und jugendlich zeigte sich FEUERFUNKE aus der Zucht und dem Besitz von Conny Hörtlackner (A-Franking). Mit den S-erfolgreichen Parcours-Recken Arizonas und Lichtblick im Pedigree punktete sie naturgemäß über den Stangen – aber vor allem mit einem Schritt, an dem Maß genommen werden konnte.
Zwei Giuliani-Töchter aus der Schwaighofer Domina-Dynastie stellten sich als wuchtige, sportive Stutenmodelle mit Substanz und viel Körperkorrektheit dar – vor allem bei der Tochter der einstigen Multi-Championess Dark Rose würde man sich wünschen, sie im Sport wiederzusehen.
Mit Typstärke und drei guten Grundgangarten wusste die aparte Fuchsstute SOLEIL D’OR für sich einzunehmen, der man den Vater Karim doré sofort ansah (Z/B: Stefanie Pramendorfer, A-Hofkirchen). Ihre Mutter ist Halbschwester der „Besten 4-Jährigen“ vom vergangenen Jahr und folgt in ihrer Reihe der Eintragungssiegerin Schöner Morgen II und ihrer als Landesschausiegerin herausgestellten Mutter Schöner Morgen.
Mit hervorragender Manier und hoch eingeschätztem Vermögen sicherte sich HERBST-TRÄUMEREI S, über Feiner Traum und Kasparow springbetont gezogen, den diesjährigen Titel der „Besten Springstute“, wusste aber auch mit sehr guten Grundgangarten zu überzeugen (Z/B: Renate Steiner, Meitingen).
Auf den Endring sahen die Richter in diesem Jahr drei Stuten: 2. Reservesiegerin wurde die Kenneth-Tochter HERA’S LIONESS aus der Zucht und dem Besitz von Margit Gumpinger, deren Halbschwester Hera’s Gilda am Tag zuvor eine vorzügliche SLP ablegen konnte. Die Tochter der seinerzeitigen Projekt-Nurmi-Siegerin Heraphina „aus interessantem Mutterstamm“ (Neel Schoof) sicherte sich die höchste Galoppnote des Tages und begeisterte mit ihrer Mechanik und ihrem tragenden Hinterbein.
Reservesiegerin dieses Jahrgangs wurde mit FLAMMENHERZ eine spät im Jahr geborene Tochter des Prince Patmos, die mit gleichmäßig ausgeglichener Qualität in allen Kriterien überzeugen konnte. Ihre Vollschwester Fontenay ist amtierende Bayerische Trakehner Reitpferde-Championess; ihre prämierte Mutter, eine Tochter des Angloarabers Askar, ist Schwester zum gekörten Flakon-Go und zum S-Dressurpferd Flavio-Go. Züchterin und Besitzerin dieser Perle ist Simone Lindemeir-Trippel vom Trakehnerhof St. Vitus in Günzburg.
Wenn eine dreijährige Stute auf dem Weg vom Züchterstall (Gestüt SN Grafing) zu ihren heutigen Besitzern (BG Philipp Klingbeil u Andreas Brändle, Bruck) einen kleinen Umweg über Schleswig-Holstein macht, dann sind das zwar eine Menge Kilometer, aber kein Hindernis für ein echt bayerisches Gewächs – mit Staatsprämienanwartschaft und Anton-Mittermaier-Gedächtnispokal für die beste in Bayern gezogene Stute. PEQUIGNET ROYAL hat diese Reise hinter sich – Philipp Klingbeil hat ihr seinerzeit in Grafing auf die Welt verholfen und er hatte sie auch jetzt bei ihrem ersten großen Erfolg wieder am Zügel. Typstark, herrlich im Modell, elastisch, mit einem Trab, der seinesgleichen sucht – am heutigen Tage war der aparten Schimmelstute der Sieg nicht zu nehmen. Auch genetisch ist die Hallifax-Tochter ein Leckerbissen, stammt sie doch nicht nur aus einer seltenen Stutenfamilie, sondern zudem aus einer Mutter, die selbst bis CDI3* erfolgreich im Sport ging.
Den drei Stuten des Endrings sowie der Besten Springstute des Jahrgangs sprach Bayerns Zuchtleiter Torsten Große-Freese die Staatsprämienanwartschaft zu, für die bekanntlich andere Kriterien gelten als für die Trakehner Verbandsprämienvergabe.
Fohlenmusterung mit Foto-/Videotermin
Als letzte Möglichkeit im Bezirk zur Nutzung des Verbandsangebots stand die Anlage Meir in diesem Jahr zum zweiten Mal für die Fohlenmusterung offen. Fünf Fohlenbesitzer nutzten die Chance und präsentierten ihren Nachwuchs vor den Augen des Zuchtleiters und mit der Möglichkeit, professionelles Foto- und Videomaterial zu bekommen.
Im Einzelnen wurden gemustert:
Hengstfohlen OLEANDER (*28.06.) v. Alle Farben u.d. Olala v. Saint Cyr – Honoré du Soir • Z/B: Emil Kath, Dachau
Hengstfohlen HIGHSPEED (*06.07.) v. Hirtenstern u.d. Topmich xx v. Quinzieme Monarque xx – Old Vic xx • Z/B: Z Dres. Matilda u Stefan Rattenhuber, Rott/Lech
Hengstfohlen HERBSTKÄMPFER S (*20.05.) v. Hirtenstern u.d. PrSt. Herbstkönigin S v. EH Kasparow – Matador • Z: Renate Steiner, Meitingen • B: Moritz u Tina Krohne, Helmishofen
Hengstfohlen MELOGRANO (*07.07.) v. Lowelas u.d Magnolia GF v. RFF the Alchemist xx – Ferrum • Z/B: Martina Setz, Vierkirchen
Stutfohlen HOPPAUF (*09.07.) v. Zauberdeyk u.d. StPrPrSt. Helena v. Syriano – Le Rouge • Z/B: Sabine Scheller, Erbshausen
