Wie könnte man unsere kleine Serie der im Zuchtbezirk gepflegten Stutenstämme und -familien aktueller fortführen als mit der in Bayern begründeten Familie der amtierenden Eintragungs-Siegerstute – oder besser gesagt: der Familie der Eintragungssiegerinnen der letzten vier Jahre.
Familie O10A2 Liesken (Wezel-Schralling)
Der langjährigen Freundschaft zwischen dem Zahnarzt und Trakehnerzüchter Hans Ernst Wezel und dem Tierarzt und Springsport-Olympioniken (1968 Mexico) Dr. Antoni Pacyński verdanken das Gestüt Schralling und der Zuchtbezirk einen Stutenstamm, der in den letzten Jahren sportlich und züchterisch für Aufsehen gesorgt hat. Pacyński nämlich, damals Leiter des polnischen Gestüts Liski, ließ seinem Freund aus Deutschland die freie Wahl in der Herde. Und Wezel, sowohl ein großer Fuchsliebhaber als auch Freund und Kenner östlichen Trakehner Bluts, suchte natürlich in Liskis Fuchsherde – wo ihm eine typvolle, drahtige Halbblüterin ins Auge stach. Ein Blick ins Pedigree gab dann den endgültigen Ausschlag: Die 1986 geborene LIESKEN aus der in Liski gepflegten Familie der Loza (Loschka) sollte es sein. Dr. Pacyński nickte, lächelte – und gratulierte Wezel zur »guten Wahl«.
Zusammen mit Wolfgang Heise machte Ted Wezel sich kurz darauf erneut auf den Weg nach Liski, um seine Stute abzuholen – und schon auf der Fahrt bekundete Heise Interesse an der energiegeladenen Fünfjährigen.
In Lieskens Pedigree lockte nicht nur der Leistungsvererber Mangan xx, der bei den Trakehnern neben Liesken auch Oststar, die Mutter des gekörten Olivander und des über Jahre S-erfolgreichen Springcracks Olymp, hinterließ. Über seinen Enkel Ajbek ist Mangan xx auch hierzulande mit Nachkommen wie Avatar, Adorator, All Night, TSF Kros und Negr ein Begriff für Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft.
Noch mehr aber fällt in Lieskens mütterlichen Ahnenreihe der Name Priboj ins Auge – der Tersker Araberfuchs gilt als Stempelhengst russischer Leistungszucht, zeugte er doch nicht nur die legendären Hengste Pomeranets (Vater u. a. des genialen Hockey II und Großvater des Spitzenspringers Espadron) und Topol (Vater u. a. von Naftalin und Großvater des Trafaret), sondern eine ganze Phalanx an sportlich und züchterisch erfolgreichen Pferden in der russischen Sportpferdezucht.
Die mütterliche Familie erfreut sich in Polen und darüber hinaus großer Beliebtheit: Zahlreiche Hengste wurden gekört, darunter der auch bei uns nicht unbekannte Lwow v. Aspirant; Livilla v. Kerman ging ins Pinewood Stud und sorgte dort für die Ausbreitung der Familie. Chacco-Lauren sammelt unter Oldenburger Flagge Schleifen in Springen bis 1,35 m.
Liesken, in Deutschland mit der Bewertung 8,8,7/8,8 eingetragen, wurde an den Schrallinger Beschäler Inster Graditz v. Bonito xx / Kassius angepaart, der sich selbst im Vielseitigkeitssport bis Dreisterne-Niveau bewährt hat – im November 1992 fiel aus dieser Verbindung LUGOWEN. Andreas Wezel, der in den Semesterferien gern zum Reiten kam, schätzte Liesken für ihre unkomplizierte Art und ihre stetige Leistungsbereitschaft. Nach dem Absetzen ihrer Tochter gab Wezel Liesken dann – erneut tragend von Inster Graditz – an das Ehepaar Heise ab.
Auf dem Meierhof in Seeon wurde Liesken zu einer Institution. Ihre schier endlose Energie und Leistungsbereitschaft machten sie zu einem der beliebtesten Lehrpferde, sie trug unzählige Schülerinnen und Schüler durch die Reitabzeichenprüfungen. Ihren Inster-Graditz-Sohn haben Heises nie hergegeben; er war zwar etwas klein, aber vom Charakter und Gemüt her ein absolutes Traumpferd. Später brachte Liesken noch einen Sohn des hauseigenen Vererbers Gadsby, der bereits früh verkauft wurde und nach Angaben der Besitzer einen ähnlich guten Charakter hatte. Erst mit Mitte zwanzig rief für Liesken und ihre Stutenfreundin Vanille das Altenteil.
LUGOWEN
Wie schon ihre Mutter Liesken, überzeugte auch ihre 1,62 m große Fuchstochter Lugowen die Kommission mit Typstärke und Trabvermögen (Bewertung: 8-8-8/7-8-7/8). Ein ehemaliger Gestütswärter aus Liski fand Arbeit in Schralling und spannte »nebenbei« Lugowen und ihre Stallkollegin Gumbinnen vor die Kutsche, sodass Lugowen dem Hausherrn über Jahre als gern eingespanntes Fahrpferd diente. Lugowen, nach dem Gut in Ostpreußen benannt, auf dem Landstallmeister Georg Graf von Lehndorff einen großen Teil seiner Kindheit verbrachte, stellte den Stutenstamm der Liesken in Deutschland auf eine breitere Basis: Sie wurde u. a. Mutter von zwei gekörten Söhnen und von zwei herausragenden Stuten.

LUGOWEN *11/1992 v. Inster Graditz u.d. Liesken v. Mangan xx, hier im Jahre 2001 mit ihrem Sohn Lowelas als Fohlen bei Fuß
Vom russischen Spitzenvererber Hockey II brachte Lugowen 2001 den Sohn LOWELAS, Prämienhengst seiner Körung und im Dressursport, u. a. unter der jungen kanadischen Reiterin Camille Carier Bergeron, bis Prix St. Georges und Inter I erfolgreich. Lowelas begeisterte schon auf der Körung mit seiner Mechanik und konnte diese im Sport entsprechend ausspielen. Züchterisch gab er seine Visitenkarte mit hervorragender Nachzucht ab, vor allem vor dem Hintergrund des vornehmlich im Sport und im Ausland erfolgten Einsatzes. Fleur’s Treffer a.d. Fleur XV v. Donaumonarch ist dressurerfolgreich bis Inter I, Kasharin BS a.d. Kashah v. Amelio geht erfolgreich Springen bis 1,45 m, Gemma Glitter S a.d. Goldette II v. Mackensen und Golden Fantasy S a.d. Georgia IV v. Mackensen sind mit dem Verbandsprämientitel ausgezeichnet; Sir Ted von Ludwigsburg a.d. Schlodien II v. Königspark xx (ZfdP) und Grasnitz a.d. Georgenburg II v. Peron Junior (Trak.) sind gekört. Lowelas’ Vollbruder LAUDINO, 2005 geboren, war Hengstanwärter auf der Körung 2007.

Der gekörte LEBENSTRAUM TSF, *2011 v. EH Abendtanz u.d. Lebensfreude v. Heops, hier 2019 unter Lea Siegl bei einer Vielseitigkeits-Sichtung in Mailham. Foto: Jutta Bauernschmitt
Vom selbst im Springsport bis Kl. S über Jahre erfolgreichen Russen Heops brachte Lugowen 2006 die Tochter LEBENSFREUDE. Sie landete in der Zucht mit ihrem Sohn LEBENSTRAUM v. Abendtanz einen Volltreffer. Seine Karriere begann unter dem Vielseitigkeitssattel von Vater Harald und Tochter Lea Siegl in Österreich, wo er mittlerweile auf Erfolge bis CCI3*, Springen Kl. M und Dressur bis Inter I – und auf die österreichische Staatsmeisterschaft der Vielseitigkeit – zurückblicken kann. Grund genug für den Trakehner Förderverein, ihm das Leistungslabel TSF im Namen zu verleihen. 2016 und 2017 wurde Lebenstraum dann bei den Trakehnern, beim Deutschen Sportpferd und für die österreichische Warmblutzucht gekört bzw. anerkannt. Inzwischen sind mit Feiner Traum a.d. Farina v. Sixtus und DMax a.d. Daronita v. Dramatiker zwei Söhne gekört, die Töchter Famosa (Vollschwester zu Feiner Traum) und Schlagerqueen a.d. Scharity v. Balisto Z machen im Parcours eine gute Figur; Tochter Estia a.d. Evita Peron v. Peron (Panoraam) schickt sich an, ihrem Vater in die vielseitigkeitssportlichen Fußstapfen zu folgen.
2007 brachte Lugowen einen braunen Sohn des Körungssiegers Herzensdieb, der beim Hengstmarkt in Neumünster mit herrlichem Trakehner Typ, Eleganz und Harmonie im Körperbau sowie mit leichtfüßigen und elastischen Bewegungen punkten konnte. Zum züchterischen Einsatz ist LAXDOYEN bisher nicht gekommen, aber sportlich brilliert er mit zahlreichen Erfolgen in Dressuren bis Klasse S. Dass die Anpaarung zwischen diesem springorientierten Mutterstamm und einem dressurbetonten Vererber erfolgversprechend ist – diesen Beweis hat Laxdoyen jedenfalls angetreten.
LUPKEN

LUPKEN *2008 v. EH Herzensdieb u.d. Lugowen v. Inster Graditz, hier anlässlich der VIII. Trakehner Landesstutenschau Bayern 2016 mit ihren Töchtern LA VIVA (Mitte) und LUXUSPERLE (rechts). Foto: Jutta Bauernschmitt
Laxdoyens ein Jahr jüngere Vollschwester LUPKEN – wie in der Familie üblich mit bestem Trakehner Typ und überragendem Trabvermögen ausgestattet – gefiel Dr. Andreas Wezel so gut, dass er sie sich in der Schrallinger Herde aussuchte und seinem Vater abkaufte. Er glaubte an diese Stute, auch wenn ihm mancher davon abriet, sie in die Zucht zu nehmen. Und er sollte Recht behalten.
Anlässlich der VIII. Landesstutenschau des Bezirks im Gestüt Murtal 2016 sicherte Lupken sich den Ic-Preis ihrer Altersklasse und einen Id-Preis in der Familiensammlung. Im züchterischen Einsatz gelangen mit dieser Stute überragende Erfolge. Für die erste Anpaarung wählte Wezel Singolo, inzwischen Elitehengst, bis Kl. S im Dressursport erfolgreich und Vater u. a. von Fairmont Hill, dem Körsieger Kissinger und der herrlichen Zikade. Mit Monteverdi, Partout und Sixtus väterlicherseits führt Singolo Beschäler in seinem Pedigree, die sich samt und sonders in der Königsklasse – Dressur bzw. Springen – bewährt haben. Mütterlicherseits kommen Reiner Klimkes letztes Erfolgspferd Biotop und die hochbewährte Shira II v. Königspark xx / Marsuk ox hinzu, mit deren Dreiviertelschwester Schlodien II ja im Gestüt Schralling ebenfalls gezüchtet wurde.

StPr, Pr u ESt. LUXUSPERLE *2012 v. EH Singolo u.d. Lupken v. EH Herzensdieb, hier bei ihrer Zentralen Eintragung in Mainburg. Foto: Jutta Bauernschmitt
Singolo gelang ein Volltreffer! LUXUSPERLE, 2012 geboren, mit viel Adel und Bewegungsqualität überzeugend, brachte ihrem Züchter zunächst einmal den Reservesieg der Zentralen Eintragung Bayern 2015 ein; sie musste nur der Reservesiegerin der Bundesstutenschau 2014, Fleur aus dem Gestüt Murtal, den Vortritt lassen. Danach ging sie unter dem Sattel von Marion Geiger erfolgreich in Jungpferdeprüfungen, u. a. im Rahmen des Alpenländer-Championats 2016 im österreichischen Murtal. 2017 legte sie ihre SLP in Mainburg ab und ging dann in die Zucht – dazu weiter unten mehr.

PrSt. LIOBA *2015 v. EH Schwarzgold u.d. Lupken v. EH Herzensdieb, hier anlässlich der Zentralen Eintragung von Jutta Bauernschmitt eingefangen.
Lupkens nächste vier Fohlen hatten Schwarzgold zum Vater, jenen Prämienhengst nach Höremer Strickmuster, der inzwischen bis Kl. S in der Dressur erfolgreich ist und züchterisch zu den bewährtesten und begehrtesten Hengsten der Moderne zählt. LA VIVA, 2014 geboren, wurde anlässlich der Landesschau 2016 mit dem Id-Preis ihrer Altersklasse ausgezeichnet. LIOBA, 2015 geboren, wurde Reservesiegerin der Zentralen Eintragung in Bayern 2018 und ging im Endring bei der Wahl zur Jahressiegerstute.
LAURENTIN und LEONAS LÖWENHERZ, die 2016 bzw. 2017 geborenen Söhne aus dieser Anpaarung, vertraten das Züchterhaus Wezel beim Trakehner Hengstmarkt 2019 – Laurentin in der Kollektion der Reitpferdeauktion, Leonas Löwenherz im Lot der Köranwärter. Laurentin avancierte fünfjährig im Besitz von Julia Schönfelder zum dritterfolgreichsten Nachwuchs-Dressurpferd unter Bayerns Trakehnern.

LEONORE *2020 v. Kattenau u.d. Lupken v. EH Herzensdieb als Siegerstute der Zentralen Eintragung des Bezirks Bayern 2023 in Mailham. Foto: Jutta Bauernschmitt
Lupkens 2020 geborene Tochter LEONORE stammt vom Siegerhengst Kattenau, trägt die Fuchsfarbe ihrer mütterlichen Familie und heimste den Sieg der Zentralen Eintragung in Bayern 2023 ein.
2023, 2024 und 2025 stellte Lupken dann unter der Züchterschaft von Hans Ernst Wezel Fohlen des in Schralling selbstgezogenen Cornut (v. Heops / Inster Graditz) vor, die zu den bestbewerteten Fohlen des Jahrgangs in Bayern zählten. Der jetzt zweijährige Hengst aus dieser Anpaarung wird anlässlich der Beratungs- und Sichtungsreise als Köranwärter vorgestellt.
LUXUSPERLE
Nun aber zurück zu Luxusperle und ihrem züchterischen Einsatz: Never change a winning team, heißt es so schön – und Dr. Andreas Wezel tat sicher gut daran, die Passerpaarung zwischen seiner Topstute und dem inzwischen aufgrund seiner Sporterfolge und der Qualität seiner Nachzucht zum Elitehengst ernannten Freiherr von Stein regelmäßig zu wiederholen. Der Millennium-Sohn folgt einem ähnlichen Zuchtkonzept wie es Wezels bei ihrem Stutenstamm verfolgt haben: dressurbetonter Vater auf einem von Springveranlagung und Ostblut geprägten Mutterstamm. Der Lohn: ein sicheres Abo auf Titel bei bayerischen Fohlenchampionaten, bestes Abschneiden bei den Zentralen Eintragungen und Schleifensammlungen vom Bundesturnier und den Bundeschampionaten.

LUXUSLIEBE I *2018 v. EH Freiherr von Stein u.d. StPrPrElSt. Luxusperle v. EH Singolo, hier bei ihrem Auftritt im Rahmen der Wahl zur Jahressiegerstute in Neumünster 2021. Foto: Jutta Bauernschmitt
Der Reigen begann 2018 mit der Geburt von LUXUSLIEBE, 2021 Reservesiegerin ihrer Eintragung mit 58,0 Punkten sowie der besten Schritt- und der besten Trabnote ihres Jahrgangs. Luxusliebe I ist mittlerweile nicht mehr im Besitz ihres Züchters.

PrSt. LUXUSLIEBE II *2019 v. EH Freiherr von Stein u.d. StPrPrElSt. Luxusperle v. EH Singolo, hier beim Trakehner Bundesturnier 2024 in einer Dressurpferde L unter Wibke Hartmann-Stommel. Foto: Jutta Bauernschmitt
LUXUSLIEBE II, 2019 geboren, übertraf ihre Schwester noch – die Fohlenchampionesse in Bayern konnte sich 2022 bei der Eintragung gegen die starke Konkurrenz aus Murtal durchsetzen und wurde Siegerstute: im Typ eine 9, im Trab eine 9,5 und im Gesamteindruck eine 9 – damit schrammte sie denkbar knapp an der magischen 60-Punkte-Marke vorbei. Bei der Wahl zur Jahressiegerstute wurde Luxusliebe II Vize-Titelträgerin hinter Grace Kelly. Vierjährig war sie Trakehner-Vize-Reitpferde-Championess hinter Biennale und Vize-Championess beim Bundeschampionat, wo sie Biennale deutlich schlug. Fünfjährig holte sie sich den Titel der Trakehner Dressurpferde-Championess und zählte zu den Top drei der 5-jährigen Trakehner Dressurpferde in Aufbauprüfungen.

PrSt. LUXUSMÄDCHEN *2020 v. EH Freiherr von Stein u.d. StPrPrElSt. Luxusperle v. EH Singolo, hier beim Foto-/Videotermin auf dem Schwaighof. Foto: Jutta Bauernschmitt
LUXUSMÄDCHEN wurde 2020 mitten in der Corona-Zeit geboren und über die Fohlenauktion des Bundesturniers in Münster-Handorf versteigert. Sie wurde in Westfalen Reservesiegerin der Zentralen Eintragung, legte im November 2024 in Ansbach ihre SLP mit Endnote 7,77 ab, womit sie sich die Verbandsprämie sicherte, und konnte unter Jungzüchterin Ernestine Nüßlein bereits erste Turnierschleifen sammeln.

PrSt. LUXUS v. EH Freiherr von Stein u.d. StPrPrElSt. Luxusperle v. EH Singolo bei ihrer Eintragung in Thierhaupten 2024 – Foto: Jutta Bauernschmitt
LUXUS aus dem Jahrgang 2021 schließlich pflasterte ihren Weg bis jetzt mit Titeln und Goldschleifen – vom Fohlen-Reservechampionat über den Titel beim Trakehner Reitpferde-Championat bis hin zum »Sieg mit Weile« bei der Zentralen Eintragung reichte der Bogen im vergangenen Jahr. Zuchtleiter Neel Schoof fehlten fast die Worte, um diese Stute zu beschreiben: »begeisternd in ihrem Auftreten« sei diese Stute, mit »der Aura des Besonderen« gesegnet. Luxus kehrte mit 61 Punkten, dem Titel der Siegerstute, dem Verbandsprämientitel aufgrund ihrer Nominierung fürs Bundeschampionat und dem Anton-Mittermaier-Wanderehrenpreis für die beste in Bayern gezogene Stute in den heimatlichen Stall zurück. Ihre SLP legte sie mit der Gesamtnote 8,43 ab. Vierjährig war sie Finalistin beim Bundesturnier und wurde als Reservistin für die Bundeschampionate nominiert.
Mit der dritten prämierten Tochter erfüllt Luxusperle bereits die Voraussetzungen für die Verleihung des Elitestutentitels beim Trakehner Verband. Nebenbei: Alle Stuten aus der »Luxus-Riege« gingen in Neumünster auf dem Endring bei der Wahl zur Jahressiegerstute ihres jeweiligen Jahrgangs, was ihre herausragende Qualität »in Serie« noch einmal unterstreicht.

PrSt. LA BOUM DE LUXE *2022 v. EH Freiherr von Stein u.d. StPrPrElSt. Luxusperle v. EH Singolo als Siegerstute der Zentralen Eintragung Bayern 2025. Foto: Jutta Bauernschmitt
Geht es noch besser? In diesem Fall darf man fast sagen: Ja, denn anlässlich der Zentralen Stuteneintragung Bayern 2025 betrat eine weitere Vollschwester die züchterische Bühne: LA BOUM DE LUXE setzte noch einen drauf und wurde mit sagenhaften 61,5 Punkten Siegerstute. Sie folgt auch unter dem Sattel den Hufspuren ihrer erfolgreichen Schwestern und konnte sich unter Nina Halfter aktuell bereits mit der Wertnote 8,2 eine Silberschleife in der Reitpferdeprüfung in Sauerlach sichern. Ihre Stutenleistungsprüfung legte sie Ende August in Moosach mit der Gesamtnote 8,7 als Prüfungsbeste ab; für ihr Freispringen bekam sie – wie zuvor schon ihre »Tante« Leonore – eine 9,0 und Fremdreiterin Sophie Leube vergab ebenfalls eine 9,0.
Damit stammten seit 2015 dreimal die Reservesiegerstuten und nun viermal in Folge die Siegerstuten der Zentralen Eintragung des Bezirks aus demselben kleinen Zweig eines schmalen Stutenstamms – und vom selben Züchter und Besitzer. Eine wahrhaft nicht alltägliche Bilanz, der die Traumnoten noch das i-Tüpfelchen aufsetzen. Wie schön, dass die hohen Einschätzungen nicht nur andernorts bestätigt werden, sondern dass die Stuten auch unter dem Sattel zur Spitze ihrer jeweiligen Jahrgänge gehören – und das bundesweit und nicht »nur« bei den Trakehnern.
2023 stellte Luxusperle zum ersten Mal einen Sohn aus der Erfolgsanpaarung mit Freiherr von Stein vor – er zählte, wie schon seine Schwestern, zu den am besten bewerteten Fohlen des Jahrgangs in Bayern und wird für die Körung 2026 vorbereitet.
Es war Luxusperles letztes Fohlen, denn 2024 ging die Stute hochtragend ein. Ihre Lebensbilanz macht sie zu einem Juwel und es wird hoffentlich einer ihrer Töchter gelingen, den großen Hufspuren zu folgen.
Danke an Jutta Bauernschmitt für die tollen Fotos! Danke an Dr. Andreas Wezel, Irene Wezel und Beate Heise für die informativen Details!

