06.07.2019 FCH Schwaighof

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Helium und Freiherr von Stein stellen bayerische Champions

Text: Karin Schweiger

„Traditions-Ambiente trifft auf Hoffnungsträger“ versprach das Plakat zum Bayerischen Trakehner Fohlen-Championat am 6. Juli 2019 auf dem Gut Schwaighof in der Nähe von Augsburg– und das war nicht zu viel versprochen.

Das traditionsreiche, wunderschön hergerichtete Gut Schwaighof bot zum zweiten Mal in Folge die Bühne für den jüngsten Fohlenjahrgang des Zuchtbezirks Bayern. „Der Tradition verbunden, die Zukunft im Blick“ – besser hätte man das Motto des Verbandes nicht illustrieren können. Ein herzliches Dankeschön auch an dieser Stelle Familie Zeising, die damit nicht nur einen Rahmen geboten haben, der seinesgleichen sucht, sondern auch im Vorfeld und am Veranstaltungstag an wirklich alles gedacht haben, was Teilnehmern und Zuschauern den Aufenthalt so angenehm wie möglich macht.

Ebenfalls ein herzliches Vergelt’s Gott geht an Verena Sontheimer, die die gesamten Boxenkosten übernommen hat und mit deren großzügiger Unterstützung alle an erster bis dritter Stelle platzierten Fohlen einen Geldpreis mit nach Hause nehmen durften. Nach der mehr als gelungenen Premierenveranstaltung im vergangenen Jahr ließen es sich zahlreiche Züchter aus ganz Deutschland nicht nehmen, das bayerische Event mit eigenen Augen mitzuerleben. So mancher „Altgediente“ wurde gesichtet, viele bekannte Gesichter und verdiente Züchter saßen auf den Zuschauerrängen. Besonders gefreut hat man sich im Zuchtbezirk über den Besuch unseres Ehrenmitglieds Hans Werner Paul, der hier noch zahllose nachträgliche Glückwünsche zum runden Geburtstag entgegennehmen durfte.

Trotz des frühen Termins war das Nennergebnis außerordentlich zufriedenstellend. 13 Hengst- und 11 Stutfohlen stellten sich schließlich dem strengen Richterurteil. Die übliche Fohlenbewertung nahm Lars Gehrmann zusammen mit der Bewertungskommission des Bezirks vor, während Dr. Hans-Peter Karp (Ochtrup) vom Verbandsvorstand, Dr. Peter Zechner (A-Wolfsegg) – Geschäftsführer des Landeszuchtverbandes Österreich, Referent für Pferdezucht und Haltung der Landwirtschaftskammer OÖ und zertifizierter Sachverständiger für Pferde, Pferdesport und Reiten – sowie der stellvertretende Zuchtleiter Neel Schoof (Neumünster) über die Championatsreihung entschieden.

Dass man in Bayern gern mit Blut und abseits vom Mainstream züchtet, ist eine hinreichend bekannte Tatsache – und so durfte man auch in diesem Jahr gespannt sein auf Nachwuchs aus besonderen Anpaarungen. Mount Etna xx und Nathan de la Tour AA stellten Fohlen, zwei englische Vollblüterinnen, davon eine mit Prämientitel, und eine arabische Blüterin mit Distanzsporterfolgen präsentierten ihren Nachwuchs, Körsieger Kaiser Milton war mit einer Tochter vertreten. Landesschau-Reservesiegerin StPrPrSt. Belle Vie zeigte sich ebenso mit Fohlen wie Fünflinden, die Mutter des gekörten First Sight, Bundesstutenschau-Preisträgerin StPrPrSt. Inside und die Meraldik-Vollschwester StPrSt. My Fable.

Vier Hengstfohlen sah das Richtergremium schließlich auf dem ersten Endring des Tages: INNOVATION *31.5. v. Schwarzgold u.d. StPrPrSt. Inside v. Krokant/EH Connery aus der Zucht und dem Besitz von Dr. Paul Wimmer (Gammelsdorf) punktete mit lupenreinem Typ und großer Körperkorrektheit. HEARTBEAT *9.5. v. EH Hibiskus u.d. Herzchen’s Letzte v. EH Michelangelo/Ginster aus der Zucht und dem Besitz von Erin Raili (Wessobrunn-Zellsee) begeisterte vor allem das Richtergremium um Lars Gehrmann mit Typstärke, Körperkorrektheit und drei gleichmäßig guten Grundgangarten. Der Titel des Reservesiegers bei den Hengstfohlen ging an ACONIT *27.5. v. Tarison u.d. Artemis IX v. Sir Shostakovich xx/Herbstruf aus der Zucht von Dr. Hans-Friedrich Opitz (Lenggries), den sich Gastgeber Ulrich Zeising noch vor Ort zur Aufzucht sicherte.

Hengstfohlen-Champion 2019 wurde der am 28.5. geborene, noch namenlose braune Helium-Sohn aus der Kleopatra v. EH Münchhausen/Tolstoi, den Jürgen Jess (Oberschönegg) gezogen hat und der sich im Besitz von Alexander und Andreas Jess (Oberschönegg) befindet. Das stimmige Gesamtpaket aus Sportlichkeit, Typstärke, Körperkorrektheit und guten Grundgangarten gab den Ausschlag für die Schärpe …

Auch bei den Stutfohlen waren es vier, die das Richtergremium für den Endring auswählten, darunter gleich zwei sehr qualitätvolle Halbblüterinnen. WALDGLÜCK, eine farbenfrohe Tochter des Mount Etna xx u.d. PrSt. Waldliebe v. Halimey Go/EH Herzruf (*1.5.) aus der Zucht des Gestüts St. Vitus (Günzburg), konnte sich schon am Wochenende zuvor auf dem größten bayerischen Musterungsplatz als bestes Halbblutfohlen profilieren. Eine noch namenlose Tochter des Nathan de la Tour AA u.d. Insterschwarz’a v. EH Sixtus/Olympian Emperor xx (*22.5.) aus der Zucht von Werner Meier (Großsorheim) sorgte mit ihrem genialen, gelassenen Schritt nicht nur für Ahs und Ohs, sondern auch für Kaufinteresse.

Die beiden Titel bei den „Damen“ fochten zwei Töchter des Freiherr von Stein unter sich aus. Den Reservesieg errang die am 2.4. geborene Tochter der Salva Sarenga v. Summertime/Santiago aus der Zucht und dem Besitz von Johann Kleinheinz (Adelsried), deren korrektes Fundament Maßstäbe setzte. Die Schärpe und den Siegertitel holte sich die am 21.5. geborene Tochter der StPrPrSt. Luxusperle v. EH Singolo/EH Herzensdieb aus der Zucht und dem Besitz von Dr. Andreas Wezel (Burgkirchen), die sich mit Typstärke und überragendem Trab in die Herzen von Richtern und Zuschauern steppte.

Keine Frage, dass der Tag mit einer entsprechenden Feier ausklang. Es war mal wieder ein Fest der Trakehner Familie, das bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde …

Bilder: Jutta Förther

Mehr Bilder finden Sie bei Jutta Förther, wenn Sie Fotos Ihres Fohlens möchten, kontaktieren Sie am besten Jutta Förther (jutta_foerther@gmx.net) direkt.

 

 

Katalog FCH 2019 (Stand: 27. Juni)

Ausschreibung Trakehner Fohlenchampionat 2019

Anmeldeformular_FCH_Schwaighof 06.07.2019